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Unternehmen · Resilienz  ·  ca. 4 Min Lesen

Ruhig bleiben, wenn es wellig wird

Was Resilienz im Arbeitsalltag wirklich bedeutet – und warum gute Führung auch heißt, Spannungen wahrzunehmen und Räume zu halten

Weiter Blick über den Bodensee auf die Alpen
Bodensee mit Blick auf die Alpen

Manchmal ist es in einem Meeting ganz still – und trotzdem ist da etwas im Raum. Ein unausgesprochener Konflikt. Eine leise Unsicherheit. Der Druck, funktionieren zu müssen. Vielleicht auch die Angst, etwas Falsches zu sagen oder den Erwartungen nicht gerecht zu werden. Nach außen läuft alles weiter: Zahlen werden besprochen, Aufgaben verteilt und Entscheidungen getroffen. Doch unter der Oberfläche ist es längst wellig und brodelt.

Ich kenne solche Situationen aus meinem eigenen Berufsleben. Momente, in denen ich gespürt habe: Hier geht es gerade nicht nur um das eigentliche Thema. Da ist noch etwas anderes. Etwas, das niemand direkt ausspricht und das dennoch alle wahrnehmen.

Resilienz bedeutet nicht, immer stark zu sein

Oft wird Resilienz mit Belastbarkeit gleichgesetzt. Mit der Fähigkeit, möglichst viel auszuhalten, weiterzuarbeiten und sich von nichts aus der Bahn werfen zu lassen.

Resilienz heißt nicht, dass uns nichts mehr berührt. Sie bedeutet auch nicht, dass wir jede Welle kontrollieren müssen. Resilienz zeigt sich darin, wie wir uns selbst begegnen, wenn es unruhig wird:

  • Kann ich wahrnehmen, was gerade in mir geschieht?
  • Kann ich einen Moment innehalten, bevor ich reagiere?
  • Kann ich bei mir bleiben, ohne mich vor den anderen zu verschließen?
  • Und kann ich anerkennen, dass auch ich nicht immer sofort eine Lösung haben muss?

Wirkliche innere Stärke beginnt dort, wo wir uns selbst ehrlich wahrnehmen dürfen. Mit unserer Klarheit, aber auch mit unserer Unsicherheit. Mit unserer Kraft und mit den Momenten, in denen wir eine Pause brauchen.

Die unterschwellige Spannung im Raum

Menschen spüren sehr genau, wie es einem Team geht. Auch dann, wenn niemand darüber spricht. Wir nehmen einen veränderten Tonfall wahr. Einen zurückgehaltenen Atem. Einen Blick, der ausweicht. Eine Bemerkung, die schärfer klingt als beabsichtigt. Oder eine Stille, in der eigentlich vieles gesagt werden möchte.

Werden solche Spannungen dauerhaft übergangen, verschwinden sie nicht. Sie wirken im Hintergrund unbewusst weiter. Die Kommunikation wird vorsichtiger, das Vertrauen nimmt ab und die gemeinsame Arbeit verliert an Leichtigkeit.

Gerade Führungskräfte stehen hier vor einer besonderen Aufgabe. Führung bedeutet für mich nicht nur, Ziele vorzugeben und Entscheidungen zu treffen. Führung heißt auch, wahrzunehmen, was zwischen den Menschen geschieht.

Manchmal ist der wichtigste erste Schritt, das Wahrgenommene behutsam anzusprechen:

„Ich habe das Gefühl, dass gerade etwas Unausgesprochenes im Raum steht. Wie erlebt ihr das?“

Ein solcher Satz kann etwas öffnen. Er signalisiert: Hier darf mehr da sein als Leistung und Funktionieren, die Menschen werden gesehen und wertgeschätzt.

Einen Raum halten, wenn es unruhig wird

Einen Raum zu halten bedeutet für mich, präsent zu bleiben – auch dann, wenn Unsicherheit, Emotionen oder unterschiedliche Sichtweisen auftauchen.

Es bedeutet, nicht vorschnell zu bewerten und sofort nach der schnellsten Lösung zu suchen. Stattdessen entsteht ein Moment, in dem Menschen wieder bei sich ankommen, einander zuhören und sich ehrlich begegnen können.

Das wiederum braucht Mut. Denn wer einen Raum hält, kann nicht vollständig kontrollieren, was sich darin zeigt.

Doch genau darin liegt eine besondere Qualität von Führung: nicht alles kontrollieren zu müssen und dennoch Orientierung zu geben. Ruhe auszustrahlen, ohne Gefühle zu übergehen. Klar zu sein, ohne hart zu werden. Und auch in bewegten Situationen mit den Menschen in Verbindung zu bleiben.

Resilienz entwickelt sich in den kleinen Momenten des Arbeitsalltags.

  • In einer bewusst eingelegten Pause.
  • In einem ehrlichen Gespräch.
  • In der Entscheidung, einen Konflikt nicht länger zu übergehen.
  • In dem Mut, eine Grenze auszusprechen.
  • Und in einer Führungskultur, in der Menschen nicht nur danach gefragt werden, was sie leisten, sondern auch danach, was sie gerade brauchen.

Manchmal verändert bereits ein gemeinsamer Atemzug die Atmosphäre, ein kurzer Moment der Stille die Situation. Ein Innehalten, bevor das nächste Thema beginnt. Eine Einladung, für einen Augenblick aus dem Funktionieren auszusteigen und wieder wahrzunehmen, was gerade da ist.

Auch Klang kann einen solchen Raum öffnen. Er führt uns aus dem Denken zurück ins Spüren. Für einen Moment müssen wir nichts erklären, nichts leisten und nichts lösen. Wir dürfen einfach ankommen, fühlen und wahrnehmen.

Veränderungen, Spannungen, Unsicherheiten und herausfordernde Begegnungen gehören zum täglichen Arbeitsalltag.

Resilienz bedeutet für mich einen inneren Halt zu entwickeln, der uns auch durch bewegte Zeiten trägt. Und Menschen um uns zu haben, mit denen wir nicht nur funktionieren, sondern auch ehrlich sein dürfen.

Menschen brauchen manchmal vor allem jemanden, der den Raum hält, zuhört und ihnen das Gefühl gibt:

Wir müssen hier nicht allein durch.

Stefan Pons · Klangraum Bodensee

Wenn dich das erreicht hat

Eine erste Klangmassage lädt dazu ein,
sich selbst neu zu begegnen.

Mein Weg zurück zu mir hat mit einem einzigen Klang begonnen. Schreibe mir gerne, was gerade da ist bei dir und bewegt werden möchte.

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